Vom Bunker bis zum Zirkuszelt

Von aussen ein Bürogebäude, im Inneren eine Welt für sich: Im Aeschenplatz 6 verstecken sich Krisenbüros, riesige Dieselgeneratoren und besondere Räume mit eigener Geschichte. Eine Entdeckungstour durch das Gebäude führt vom 4. OG bis ins 4. UG.

 

 

Hinter dicken Wänden

Wer im Trakt A in den 4. Stock steigt und die richtige Tür öffnet, steht unvermittelt in einem aussergewöhnlichen Raum. Edles Holz, vornehme Möbel, Kronleuchter an der Decke – dazu massive Wände und schallisolierte Türen. So also sah sie aus, die diskrete Bankenwelt der 1990er-Jahre.

 

Hier galt wohl: «Was hier gesprochen wird, bleibt unter uns.» Welche prominenten Gäste wurden empfangen? Welche vertraulichen Informationen ausgetauscht? Welche Entscheidungen über einem Geschäftsessen gefällt? Wir konnten es – natürlich – nicht herausfinden. 

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Bereit für den Krisenfall

Für den Ernstfall war im Bankgebäude am Aeschenplatz 6 vorgesorgt: Im 1. UG standen zwei grossflächige Büros jederzeit einsatzbereit. Seitlich oberhalb ihrer Lichtschächte waren massive, motorbetriebene Betonplatten installiert. 

«Es hätte dem Einschlag eines Kleinflugzeuges standgehalten.» 
Patrick Emmenegger, Gebäudefachmann

Im Ernstfall hätten die Platten die Lichtschächte verschlossen und die darunter liegenden Büros gesichert. Die Konstruktion war so ausgelegt, dass die Angestellten den Betrieb der Bank selbst bei einem Flugzeugabsturz hätten sicherstellen können.

Unterirdisches Zirkuszelt

Ebenfalls im 1. UG wurden früher Feste gefeiert. Dafür wurde extra ein Zirkuszelt mit Lichterketten und Gastro-Küche eingebaut.

Generatoren für den Notfall

Im 4. Untergeschoss des Aeschenplatz 6 befinden sich die drei Dieselgeneratoren «Brigitte», «Sibylle» und «Lotti». Für den Einsatz auf Schiffen gebaut, versorgten sie einst die rund 600 Arbeitsplätze mit Wärme. Nach dem Anschluss des Aeschenplatz 6 ans Fernwärmenetz blieben die Generatoren für eine Notstromerzeugung betriebsbereit.

Seraina AP6 Dieselgenerator